Mittwoch, 10. Dezember 2025 von Corinna Harder & Oliver Harder
Folge 13
Der 13. Wunsch – Übergang und Verwirklichung
Mit dem Ende der 12. Rauhnacht schließt sich der Kreis. Zwölf Nächte, zwölf Monate – ein vollständiger Zyklus ist durchlebt. Am 13. Tag trittst du bewusst über diese Ordnung hinaus. Vor dir liegt der letzte Zettel, der während des gesamten Rituals unangetastet blieb: dein 13. Wunsch.
Er ist das Herzstück des gesamten Prozesses. Während du die ersten Wünsche dem Leben anvertraut hast, fordert dich dieser letzte Wunsch auf, selbst Gestalterin oder Gestalter deines Glücks zu werden. Er steht für den Teil deines Jahres, den du nicht abgeben kannst, sondern eigenständig in die Hand nimmst. Diese bewusste Selbstverpflichtung unterscheidet ihn von allen anderen und verleiht ihm seine besondere Kraft.
Die Kraft der Zahlen: Dreizehn und Vier
Die Zahl Dreizehn trägt eine doppelte Botschaft. Sie folgt auf die Zwölf – die Zahl der Vollendung: 12 Rauhnächte, 12 Monate, 12 Wünsche an das Universum. Mit der Dreizehn überschreitest du diese geschlossene Ordnung und öffnest dich für das Neue. In vielen Traditionen gilt sie als Zahl der Transformation und des Neubeginns.
Ihre Quersumme ist die Vier, Symbol für Fundament, Stabilität und Verwirklichung. Vier steht für die vier Elemente, die vier Himmelsrichtungen und die vier Jahreszeiten. Sie erinnert daran, dass jede Veränderung ein tragfähiges Fundament braucht. Aus der Bewegung der Dreizehn erwächst die Bodenhaftung der Vier: Wandel, der nicht ins Chaos führt, sondern zu etwas Dauerhaftem.
Einladung zum Handeln
Nimm dir Zeit, diesen letzten Zettel in einem ruhigen Moment zu öffnen. Lies langsam, spüre, was sich regt – Freude, Überraschung, vielleicht Widerstand. Alles darf da sein. Du musst keinen ausgefeilten Plan haben; entscheidend ist dein inneres Ja zu diesem Auftrag. Überlege dann, welche ersten kleinen Schritte im kommenden Jahr möglich sind.
Vielleicht schreibst du den Wunsch sichtbar in dein Rauhnachtsjournal, platzierst ihn als Kärtchen auf dem Schreibtisch oder wählst ein Symbol, das dich durch das Jahr begleitet. Jede konkrete Geste verankert ihn im Leben.
Vom Ritual zur Jahrespraxis
Mit diesem Schritt endet das Ritual nicht, es verwandelt sich. Aus einer Serie von Nächten wird eine fortwährende Praxis. Die zwölf Rauhnächte lehren, loszulassen und zu vertrauen. Der 13. Wunsch erinnert daran, dass Vertrauen und Handlung zusammengehören. Er ruft dich auf, den Samen, den du in diesen Nächten gelegt hast, selbst zu pflegen, zu wässern und zu beschützen.
Bewahre diesen Zettel gut auf und lies ihn immer wieder, um dich an deine Gestaltungskraft zu erinnern. Die wahre Magie des Rituals liegt nicht darin, dass das Universum deine Bitten erfüllt, sondern darin, dass du dich auf einen Weg begibst, auf dem Absicht und Handeln ein neues Jahr formen.
So schließt sich der Kreis – und öffnet sich zugleich für alles, was jetzt beginnen darf.
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