Mittwoch, 3. Dezember 2025 von Corinna Harder & Oliver Harder
Folge 12
Die 12. Rauhnacht – Vollendung und Rückschau
Mit dem Verbrennen des zwölften Wunschzettels endet der Zyklus der 12 Rauhnächte. Zwölf Abende lang hast du Herzenswünsche dem Feuer übergeben und deine innere Aufmerksamkeit geschärft. 12 Nächte – 12 Monate des kommenden Jahres – bilden nun ein geschlossenes Ganzes. Die zwölfte Rauhnacht markiert die Vollendung dieses Weges und zugleich den Übergang zu etwas Neuem.
Gestalte diesen Abend bewusst. Zünde eine Kerze an, richte deinen Platz und ziehe den letzten Wunschzettel. Halte ihn einen Augenblick in den Händen, spüre, was sich in dir bewegt, und übergib ihn dann dem Feuer. Beobachte, wie sich Papier in Glut verwandelt, wie die Flamme aufleuchtet und schließlich nur Asche bleibt. Mit diesem letzten Verbrennen entlässt du den letzten deiner zwölf Wünsche in den größeren Kreislauf – ein stilles »Ja« zu dem, was kommen darf.
Rückblick und Deutung
Nimm dir anschließend Zeit für eine Rückschau. Blättere in deinem Rauhnachtstagebuch, lies einzelne Notizen, markiere Träume, Bilder oder Worte, die dich während dieser Nächte begleitet haben. Welche Themen tauchten immer wieder auf? Welche Klarheit hat sich eingestellt, welche Überraschungen sind aufgetaucht? Manche Spuren werden sich erst im Lauf des neuen Jahres zu einem Muster fügen, andere sprechen vielleicht schon jetzt eine deutliche Sprache. Alles darf stehen bleiben, ohne sofort gedeutet zu werden.
Die Schwelle zur 13. Nacht
Auch wenn der Kreis sich mit der zwölften Nacht schließt, ist das Ritual noch nicht abgeschlossen. Nach der Ordnung der Zwölf folgt das Plus Eins: die 13. Nacht, die keinem Monat zugeordnet ist. Dort wartet der letzte, ungeöffnete Zettel – der 13. Wunsch. Er wird nicht dem Feuer übergeben, sondern bleibt bei dir.
Er steht für den Teil deines Lebens, den du aktiv gestalten sollst – für jenen Herzenswunsch, den du nicht abgibst, sondern eigenständig in die Hand nimmst. Spüre die besondere Qualität dieser Schwelle: Dank für das, was war, Ruhe nach den vielen Abenden und leise Erwartung dessen, was noch kommt.
Ausblick
Am folgenden Tag öffnest du diesen 13. Zettel. Er ist nicht nur ein Wunsch, sondern ein Auftrag und ein Versprechen an dich selbst. Mit ihm beginnt ein neues Jahr, das du bewusst und eigenverantwortlich formst.
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